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La columna semanal de
Carlos Alberto Montaner

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“Se estima que su columna sindicada es leída por seis millones de personas. Sus opiniones hacen que tiemblen políticos en España y América Latina ... Mantendrá su posición como uno de los más respetados periodistas de la región”.
‘The Powerful 100’, Poder, marzo de 2003.

“His syndicated column is read by an estimated 6 million readers. His opinions make politician in Spain and Latin America tremble … He will maintain his position as one of the region’s most respected journalist”.
‘The Powerful 100’, Poder, March 2003.


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Lula, der Sklavenhändler

Carlos Alberto Montaner

1850 hat der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika mit überwältigender Mehrheit das Gesetz über geflüchtete Sklaven (“Fugitive Slave Law”) verabschiedet. Sklaven, die geflüchtet waren, mussten ihren Eigentümern unverzüglich zurückgegeben werden. Niemand durfte ihnen helfen. Wer einem geflüchteten Sklaven half, sollte streng bestraft, wer ihn seinem Eigentümer zurückgab, sollte belohnt werden. Sklaven konnten nicht einmal vor Gericht ziehen. Sie hatten kein Recht dazu. Vom heutigen Standpunkt aus gesehen, ist die Debatte, die der Verabschiedung vorangegangen war, bezeichnend. Sie drehte sich um Eigentumsrechte. Die Logik dieser gelehrten Männer (Frauen wählten nicht und wurden auch nicht gewählt) basierte auf juristischer Tradition: die Größe der Nation hing von der rechtlichen Sicherheit ab, die Eigentum schützte. Sklaven waren keine Menschen. Sie waren Gegenstände (die Griechen nannten sie „sprechende Instrumente“), und Gegenstände haben keine Rechte. Demnach musste jeder wahrhaft patriotischen Herr in Anlehnung an das Gesetz handeln und jenen dunklen, verängstigten „Gegenstand“ dem rechtmäßigen Eigentümer, aus dessen Hände er geflüchtet war, wieder zurückgeben.

In diesem Zusammenhang kommt einem die Geschichte mit den zwei Boxchampions in den Sinn, die nach dem Panamerikanischen Spielen versucht haben, in Brasilien Schutz zu finden. Ihre Namen sind Guillermo Rigondeaux and Erislandy Lara. Sie wollten nach Deutschland ziehen, begleitet von berufsmäßigen Veranstaltern mit denen sie in geheimen Kontakt gewesen waren. Sie wären Profiboxer und –angesichts ihrer Fähigkeit, Schläge zu verteilen und einzustecken- sicherlich auch in kürzerer Zeit Millionäre geworden. Scheinbar hat Fidel Castro, der Eigentümer der beiden Jungs, persönlich mit dem brasilianischen Präsident Lula da Silva gesprochen und verlangt, dass er kooperiert und ihm die verlorengegangene Handelsware zurückgibt. Lula, der die Logik der Sklavenhändler versteht, hat Mitleid mit dem alten und kranken Diktator gehabt. Der arme Fidel hat die Boxer ja großgezogen und hat sie durch gute Trainer aufgebaut. Die Neger gehörten ihm. Lula hat deswegen seine Polizei geschickt, ihre Arbeit zu erledigen.

Diese traurige Anekdote zeigt die wahre Natur des kubanischen Regimes, die Art und Weise wie Fidel Castro seine Autorität über seine Untertanen ausübt und die Art der Beziehung, die er mit anderen Nationen pflegt. Kurz nach dem „Zwischenfall“ hat er erklärt, dass keine kubanischen Athleten an den nächsten internationalen Wettbewerben teilnehmen würden.  Diese finden in den Vereinigten Staaten statt, und Castro fürchtet eine Massenflucht seiner Athleten. Zu seinem Pech kommt noch hinzu, dass das Fugitive Slave Law nach dem amerikanischen Bürgerkrieg außer Kraft gesetzt worden ist und die Vereinigten Staaten Eigentumsrechte nicht mehr respektieren. Präsident Bush ist nicht Lula und würde die undankbaren Fahnenflüchtigen nicht zurückgeben. Vor kaum 3 Jahren, haben 50 kubanische Tänzer, die nach Las Vegas gereist waren, um eine Revue zu inszenieren, ihren Wunsch kundgetan, frei zu sein und mit ihren Leben anzufangen, was sie mochten, und das perfide Imperium hat ihnen auch noch erlaubt, in den Vereinigten Staaten zu bleiben. Fidel Castro fühlte sich um seinen Besitz gebracht. Böse Gringos!

Für Fidel Castro ist Kuba eine große Hacienda, wo alles, was existiert oder wächst, ihm gehört. Weil die Kühe ihm gehören, wird das versteckte Schlachten einer Kuh, um eine hungrige Familie zu ernähren, mit 7 Jahre Gefängnis geahndet. Das ist mehr als das Strafgesetz für manch einen Mörder vorsieht. Ihm gehören auch die Langusten, die langsam über den Boden der kubanischen Küstengewässer krabbeln. Eine Languste zu fangen, um den eigenen Hunger zu stillen, ist ein Verbrechen so ernst wie einst das Wildern in königlichen Gehegen.

Was am schwierigsten zu verstehen ist, ist Präsident Lula da Silvas gemeine Kooperation mit dieser Infamie. Ist er nicht angeblich der erste lateinamerikanische Präsident aus der Arbeiterklasse? Der Führer der besser verstehen kann als irgendjemand sonst die Tragödie der Unterdrückten?  Hat er gedacht, dass die Freiheit dieser zwei armen schwarzen Boxer nicht so wichtig sei? Könnte sein. So haben Sklavenhändler gedacht. Immerhin, Brasilien war das letzte Land der Welt, das die Sklaverei abschaffte. Das war 1888. Kuba war 1886, das vorletzte Land, das den Sklaven die Freiheit gewährte. Die Mentalität der Händler von Menschen – ich meine,  von Gegenständen – lebt in beiden Ländern fort.  Ich wusste, dass Fidel Castro einer von diesen Sklavenhändlern war. Mir war nicht klar, dass Lula auch einer ist.   

August 12, 2007

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